Interview mit Sören Eberhardt, Chef-Entwickler von Virtuemart

Interview mit Sören Eberhardt, Chef-Entwickler von Virtuemart

In knapp einer Woche findet in Luzern das 1. offizielle Schweizer Joomla! Bootcamp statt. Ich durfte im Vorfeld mit einem der Referenten vom Bootcamp ein Interview führen. Sören Eberhardt ist Chef-Entwickler (Lead Developper) der beliebten Joomla! Onlineshopkomponente Virtuemart.

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Angaben zur Person

Sören ist 29 Jahre alt, seit einem Jahr glücklich verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Er wohnt und arbeitet in Norddeutschland als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Sören ist gelernter “Diplom-Verwaltungswirt” und studiert zurzeit berufsbegleitend Informatik (Bachlor of Computer Science).

Das Interview

joomlanews: Seit wann bist du mit Joomla!/Mambo unterwegs?
Söeren Eberhardt: Ich bin seit Mambo 4.0.14, also ca. seit dem Jahr 2003 mit Mambo unterwegs. Ich hab es ausprobiert und gleich gut gefunden und bin dem dem CMS bis heute treu geblieben.

jn: Hast du nie mit anderen CMS geflirtet?
SE: Eigentlich nie. Ohwohl in letzter Zeit habe ich mir TypoLight und ModX mal näher angesehen und muss sagen, ich finde sie ganz nett.

jn: Aha. Hat die Joomla! Gemeinde bald ein Entwickler weniger?
SE: Nein, keine Angst, *grins*!

jn: Dein Name ist ja für alle ein Begriff, v.a. im Zusammenhang mit der Shopkomponente Virtuemart. Wie kam es dazu?
SE: Der Shop ist im April 2004 entstanden. Anfänglich hiess er Mambo-phpShop und den gabs dann bis Sep 2005. Mit dem Start von Joomla! wurde er in Virtuemart (zu Deutsch: Virtueller Markt) umbenannt.

jn: Wie kamst du auf die Idee gerade ein Shop zu entwickeln?
SE: Ich bin eines Tages bei der Arbeit vor dem PC gesessen und habe mir gedacht, ich mach da mal einen Shop. Als Ausgangslage diente mir phpShop. Den Umgang mit PHP habe ich mir selber zugelegt, im Eigenstudium. Ganz nach dem Motto: “trial and error”.

jn: Virtuemart hat sich ja zu einem ansehnlichen Projekt entwickelt. Wie viele Personen sind aktuell beteiligt?
SE: Momentan sind drei aktive Entwickler beschäftigt und noch 3-4 Tester.

jn: Nun ist vor wenigen Wochen die VM-Version 1.1 Stable erschienen. Was war die grösste Herausforderung bei der Entwicklung von VM?
SE: Die Entwicklung begann Anfang 2006. Die grösste Herausforderung war es, auch alle Fehler zu finden. Ein Online-Shop darf sich keine Fehler erlauben, erst recht keine Rechenfehler. Es ging also v.a. darum, die berühmten “Bugs” zu minimieren.

jn: Und an was arbeitet ihr zurzeit?
SE: Unsere aktuelle Aufgabe ist es eine Roadmap (Zeitplan) für künftige Versionen aufzustellen.

jn: Wie geht es mit VM weiter?
SE: Es wird wohl eine Version 1.2 geben mit ein paar neuen Features (Funktionen) und dann eine Version 2.0 mit kompletter Umstrukturierung. D.h. die VirtueMart 1.2 erhält eine verbesserte Zugriffssteuerung, ein flexibles Discount System und ein flexibles Coupon System.
Mit VirtueMart 2.0 kommt dann eine verbesserte Modularität und Codestruktur. Ein völlig neues Plugin System für eine grössere Flexibilität und und die Version 2.0 wird nur noch mit Joomla! 1.5 und PHP 5 kompatibel sein. Aber bis zum Joomla Bootcamp in Luzern habe ich da noch mehr News…..

jn: Tönt sehr spannend! Apropos Bootcamp, warst du schon mal in der Schweiz und auf was freust du dich am meisten?
SE: Nein, ich war noch nie dort. Aber das wird sich ja bald ändern *grins*. Ich freue mich v.a. auf das Wiedertreffen mit Andy (Organisator des Bootcamp) und Johan (Joomlatools.org). Die beiden lernte ich bei den VirtueMartDays 2006 in Berlin kennen. Johan stellte damals im August 2006 Joomla! 1.5 vor.

jn: Noch eine letzte Sache. Viele bekannte Projekte wechseln zunehmends zu sogenannten Paymodellen (kostenpflichtige Erweiterungen). Ist es möglich, dass sich VM auch in diese Richtung bewegen könnte?
SE: In der Tat haben sich viele GPL-Projekte lukrative Gebiete erschlossen, so dass die Projektfinanzierung auf sicheren Beinen steht. Auch für VirtueMart ist das notwendig. VM selbst steht unter der GNU/GPL und kann nicht “verkauft” werden, aber z. B. entwickelte Erweiterungen davon. Denn externe Anbieter bieten bereits jetzt schon Bezahl- oder Versandmodule für VM kostenpflichtig an. Und sowas in der Art wäre schon interessant.

jn: Oder kostenpflichtiger Support?
SE: Auch das ist eine Einnahmequelle – aber eine recht anstrengende! Thomas Kahl von www.vm-expert.com leistet teilweise übermenschliches und kann davon ein Lied singen. Er wird am Bootcamp (Samstag 31.5.) einen Vortrag zu VM Templates halten. Definitiv harte Arbeit für’s Geld.

jn: Möchtest du zum Schluss noch was lsowerden?
SE: Ja, freie (GPL) Software wie VM ist wichtig für die Joomla!-Sphäre und jeder Nutzer von Joomla! und VM sollte darüber nachdenken, wie er solche Projekte am besten unterstützen kann.

jn: Ganz herzlichen Dank für deine wertvolle Zeit.
SE: Kein Problem! Und weiter so mit joomlanews.ch!