Joomla! Core Entwicklung, künftig (nur) noch gegen Bezahlung?

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Ich staunte nicht schlecht, als ich letzten Freitag den Artikel von Elin Waring auf joomla.org gelesen habe. Im besagten Artikel heisst es, dass das OSM Board entschieden hat, für die aktuelle Entwicklung von Joomla! 1.6 zwei Entwickler für die Arbeit an der Joomla! Entwicklung zu bezahlen.

Dabei handelt es sich namentlich um Louis Landry und Andrew Eddie. Sie investieren ein- bis zwei Tage pro Woche, um die aktuelle Joomla! 1.6 Entwicklung voran zu treiben.

Im gleichen Artikel ruft Elin zum Schluss noch zu Spenden auf. Demnächst soll auf joomla.org auch noch ein neues Sponsoring-Konzept vorgestellt werden, damit man künftig noch mehr an die Joomla! Entwicklung investieren kann.
Erste Reaktionen auf den Artikel liessen nicht lange auf sich warten. Nebst einigen wohlwollenden Kommentaren, gab es auch einige kritische Stimmen. Auch bei Twitter gab es eindeutige Stellungnahmen dazu.

Eine Problematik die angesprochen wurde war, dass Angebote aus der Community zur Mithilfe von den Verantwortlichen von joomla.org einfach ingnoriert oder nie beantwortet worden sind.

Spontan habe ich mir beim Lesen des Artikels folgende zwei Fragen gestellt:

  1. Ist das ok, wenn gewisse Personen durch OSM (opensourcematters.org) bezahlt werden, andere hingegen (wie z.B. Hannes Pappenberg (ACL-Einbau)) aus Idealismus und kostenlos am Joomla! 1.6 Projekt arbeiten und somit leer ausgehen?
  2. Wo bleibt bei dieser “Quersubventionierung” der GPL Gedanke? Worin unterscheidet sich das Joomla! Projekt noch von anderen, komerziellen CMS Projekten?

Ein gutes Beispiel ist das bekannte Community-Mitglied: Amy Stephen. Sie hat mit Ihrem jPress/Tamka Projekt einen sehr grossen Beitrag an die Joomla! Gemeinde geleistet. Doch jetzt ist sie aus lauter Frust, wie sie selber auf dem inoffiziellen Joomla! Entwicklerblog schreibt, zu Drupal gewechselt. Ihr haben es zuvor auch schon andere Entwickler (z.B: Miro Dietiker, Fireboard-Projekt) gleich getan.

Die Diskussion auf joomla.org (schon älter) wie auch bei Ning ist lanciert.

Was denkst du über das Thema der Bezahlung von Entwicklern, Supportern und andere Engagierte, die sich tagtäglich freiwillig für das Joomla! Projekt einsetzen? Sollen die bezahlt werden? Schliesslich wollen alle etwas zu essen haben. (Oft gelesenes Zitat, zur Begründung der Kosten)

Resp. wo zieht man die Grenze zwischen bezahlter Dienstleistung und volontärer Unterstützung? Wie weit ist das Jommla! Projekt noch von einem komerziellen CMS-Projekt entfernt?

Was ist deine Meinung zum Thema? Teile es mit uns in den Kommentaren mit.

Roger Perren

Kommentare

    • Hi,
      ähm..., was wolltest du denn machen? Sag Bescheid, sonst DM in Twitter, dann poste ich das hier rein..... Die anderen beiden darf ich löschen, oder?

  • Die Mitglieder aus dem CoreTeam sind ja keine Menschen die man einfach von der Strasse gepflückt hat. Die haben bereits zig tausend Stunden unentgeltlich für Joomla gearbeitet, entsprechende Leistungen erbracht, und damit bewiesen das es ihm nicht primär um das Geld gehen kann. Meiner Ansicht nach möchte man aber eine schnellere Entwicklung durchsetzen, als die die Entwickler in ihrer Freizeit bewerkstelligen können, und finanziert deshalb bei einigen Mitgliedern zusätzliche Stunden, die sonst reale "Arbeitszeit" gewesen wäre.

  • Das jemand bezahlt wird um Joomla zu programmieren ist doch völlig okay, solange seine Vita das zuläßt. Anders ausgedrückt: Wenn jemand Herzblut in Joomla steckt und er sehr viel investiert, darf er doch finanziell entschädigt werden. Nicht nachvollziehbar wird es erst, wenn ein Programmierer eingestellt wird, der vorher gar nichts mit Joomla zu tun hatte.

    • Also wenn ich dein Kommentar richtig verstehe, legt der Anteil Herzblut und Dauer wo ich bereits ins Joomla! Projekt investiert habe fest, ob es moralisch vertretbar ist Geld dafür zu verlangen oder nicht? Ich bin etwas fies, ich weiss.... :)

  • Hallo

    Naja, das manche Entwickler für ihre Arbeit bezahlt werden müssen hat einen ganz einfachen Grund. Wenn ich erwarte das jemand über die Möglichkeiten seiner Freizeit hinaus tätig wird (zum Beispiel für Joomla), dann muss ich genau diesen Teil finanziell ausgleichen der in die Arbeitszeit hinein reicht. Sonst könnten Entwickler irgendwann keine Rechnungen mehr bezahlen, würden ihre Wohnung und Internetanschluss verlieren, und letztlich nicht mehr für das Projekt zur Verfügung stehen.

    Das ist so als wenn ich vom Roger verlangen würde 20 Stunden kostenlos für Joomla zu arbeiten, der Roger aber beim besten Willen nur 10 Stunden Freizeit aufbringen kann. Also biete ich den Roger an diese fehlenden 10 Stunden zu bezahlen damit er keinen finanziellen Schaden erleidet.

    Deshalb ist der Roger aber kein übler Schmarotzer oder bereichert sich an einem Projekt. Sondern es entspricht der Realität das jeder (sogar Entwickler) essen müssen und Rechnungen zu bezahlen haben. Fordere ich von ihnen das sie auch in ihrer Arbeitszeit für ein Projekt tätig werden, muss ich diesen Anteil finanziell ausgleichen. Das ist keine Zauberei, keine Verschwörung und auch keine gemeine Benachteiligung, das nennt sich schlicht

    • Interessanter Aspekt, den ich so 100% teile. Jedoch schwierig wird es ab dem Zeitpunkt, wo Roger sagt er könne nicht mehr als 10h in der Freizeit.... Wer prüft das? Wer zieht die Grenzen zwischen können und wollen? Wenn ich weiss, dass es dafür eine Entschädigung gibt, dann habe ich in meiner Freizeit plötzlich weniger Zeit.
      Es gibt einen schönen Spruch: Für die Dinge, die einem wichtig sind, für die hat man immer Zeit, resp. dort nimmt man sich die Zeit, auch wenn man eigentlich keine hat....

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