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Sonntag, 10 Juni 2018 07:30

In den neuen Joomla! 3.9 Privacy-Release reingeschaut

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Vor gut einem Monat hat das Joomla!-Projekt den Privacy-Release 3.9 angekündigt. Dieser konzentriert sich ganz darauf, den DSGVO Bestimmungen möglichst gerecht zu werden.

Inzwischen wurde dazu aufgefordert, die 3.9 Version zu testen. Das habe ich natürlich gemacht. Hier ein erstes Fazit zum Release.

Der Joomla! 3.9 Release soll in vielerlei Hinsicht, den DSGVO-Bestimmungen Rechnung tragen. Einerseits soll im Umgang mit den gespeicherten Informationen (IP-Adressen, Cookies) besser dokumentiert werden, zum anderen sollen 3pd-Erweiterungen die Möglichkeit erhalten, Ihre Reports mit dem Joomla!-Core abzugleichen.

Wie werden personenbezogene Daten im 3.9 Release gespeichert?

a) Frontend (Cookies & IP-Adressen)

Alle Joomla! Seiten-Aufrufe starten automatisch eine Sitzung, welche die IP-Adresse in einer Session speichert und ein Session-Cookie im Browser des Benutzers anlegt. Die IP-Adresse wird zum Schutz vor möglichen Session-Hijacking-Angriffen vorübergehend gespeichert und diese Informationen werden gelöscht, sobald die Sitzung abgelaufen ist und die Daten gelöscht wurden. Der Name des Session-Cookies basiert auf einem zufällig generierten Hash und hat daher keine konstante Kennung. Das Session-Cookie wird zerstört, sobald die Session abgelaufen ist oder der Benutzer die Cookies in seinem Browser gelöscht hat.

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Joomla! zeichnet die IP-Adresse des Besuchers im Log-File der Website auf (im Ordner: ROOT/administrator/logs/...). Diese Log-Dateien werden verwendet, um verschiedene Aktivitäten auf einer Joomla-Website aufzuzeichnen, einschliesslich Informationen über Kern-Updates, ungültige Anmeldeversuche, unbehandelte Fehler und Entwicklungsinformationen wie die Verwendung von veralteten APIs. Das Format dieser Logdateien kann durch jede Erweiterung, die einen Logger konfiguriert, angepasst werden. Darum wird empfohlen, immer wieder mal die Logdateien der Joomla! Website herunterzuladen und zu überprüfen.

b) Backend (IP-Adressen)

Wenn eine Netzwerkverbindung verfügbar ist, wird deine Joomla-Installation versuchen, mit den joomla.org-Servern zu kommunizieren, um verschiedene Informationen auszutauschen:

  • Überprüfung auf Updates für die Joomla-Anwendung und den installierten Erweiterungen
  • Laden der Hilfethemen für die wichtigsten Joomla-Kernfunktionen
  • Der Webinstaller Service im Erweiterungenmanager (opt-in)
  • Die Erfassung der Joomla! Statistik (nie, einmal, immer) (opt-in)

Wie bei allen HTTP-Requests wird die IP-Adresse des Servers als Teil der Anfrage übertragen. Für Informationen darüber, wie Joomla Daten auf seinen Servern verarbeitet, findest du in Joomlas Datenschutzerklärung.

Angepasster Registrierungsprozess

Beim Anlegen eines Benutzers, wird neu das Einverständnis abgeholt, seine Daten verarbeiten zu können. Das ist bereits am Registrierungsformular erkennbar.

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Zudem kann in den Profileinstellungen der Entscheid jederzeit angepasst werden. Was aus meiner Sicht (noch) fehlt, ist das leichte Verlinken seiner Datenschutzbestimmungen in diesem Zustimmungs-Feld. Es erwähnt lediglich, dass man den Bestimmungen zustimmt, ohne darauf zu verweisen.

Backend-Datenverwaltung

Im Backend nimmt die neue Privacy-Komponente einen eigenen Menüpunkt ein. Hier sieht man die noch offenen oder abgeschlossenen Export- und Löschanfragen der Benutzer. Weiter wird eine Liste mit allen Benutzern erzeugt und ob & wann sie den Datenschutz-Bestimmungen zugestimmt haben.

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Export der Daten oder Löschung

Die Hürde für einen registrierten Nutzer, seine Daten zu exportieren oder sein Konto zu löschen sind relativ hoch ausgefallen. Im Gegensatz zu Akeebas DataCompliance Tool muss bei Joomla für einen Export oder Löschung des Kontos einen aufwendigen Prozess mit Email-Bestätigung (double opt-in) gestartet werden.

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Dabei erhält der Benutzer einen 32-stelligen Token (mit Zahlen & Buchstaben), den er anschliessend in seinem Profil via Direktlink oder manuell eingeben muss. Je nach Prozess wird dann die Löschung (resp. Anonymisierung) des Kontos oder eine Exportdatei im XML-Format erzeugt. Bei meinen Tests hat das Löschen des Benutzers noch nicht geklappt. Zudem hatte ich das Problem, dass ein einmal hängen gebliebener Prozess (wie meine Löschung), weitere neue Prozesse verhindert, weil dieser hängen gebliebener noch nicht abgeschlossen ist. Das ist ebenfalls noch nicht zu Ende gedacht.

Auch ist mir noch nicht ganz klar, wie der Admin über die gemachten Export- & Lösch-Anfragen informiert wird. Hier fehlt meines erachtens noch einiges im Prozess.

Angepasste Formulare

Am Besipel des Kontaktformulars habe ich überprüft, ob es die Einverständnis-Erklärung zur Verarbeitung der übermittelten Formulardaten berücksichtigt. Das ist mit der aktuell getesteten Version (noch) nicht der Fall. Hier kann man aber z.B. auf das Consent-Plugin von Tobias zurückgreifen. Wer weiss, vielleicht findet man dieses Plugin schon bald im Core wieder.

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Fazit

Die neue Version greift ein paar DSGVO-Themen auf. Aber längst nicht alle. Wer meint, mit der Installation von 3.9 sei seine Website dann DSGVO-konform, der täuscht sich gewaltig. Hier ist das Joomla! Marketing gefordert, um den Benutzern und Admins kein falsches Bild zu vermitteln.

Zudem kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob bereits alle Funktionen implementiert sind. Gerade beim Benachrichtigungs-System für die Admins sowie bei den Formularfeldern, sollte aus meiner Sicht noch Joomla!-eigene Lösungen angeboten werden.

Der Weg zum finalen Release ist noch weit. Meine Schätzung, die ich in der Release-Ankündigung gemacht habe, scheint durchaus realistisch gewesen zu sein. Denn aus den damals erhaltenen Rückmeldungen zu schliessen, erwarteten viele einen Release rund um den 25. Mai. 2018.

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